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Fehler beim Einmotten der Oldtimer vermeiden

Wer einen wertvollen Oldtimer sein eigen nennt, setzt diesen weder Schnee, Eis noch Streusalz aus. Sondern wird ihn an einem sicheren Ort überwintern lassen. Trotzdem passieren dabei immer wieder Fehler.

Falscher Standplatz. Draußen geht gar nicht, auch Carports sind nicht geeignet. Am besten ist eine geheizte Garage, aber eine solide Halle ist auch okay. Am besten mit gemauerten Wänden, dann fallen Schwankungen der Luftfeuchtigkeit und damit Kondenswasserbildung nicht so heftig aus. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann sein Auto auch luftdicht einpacken. Dafür gibt es im Oldtimer-Zubehör riesige Säcke aus Plastik, in denen das Auto parkt.

 

Nass abstellen. Oft zu beobachten: Der Oldie wird liebevoll gewaschen und dann sofort weggestellt. Das zwischen Bremsscheiben und -belägen sowie in den Trommeln verbliebene Wasser hat nun den ganzen Winter Zeit, für reichlich Rost zu sorgen. Möglicherweise drehen sich die Räder nächstes Jahr gar nicht mehr.

Mit kaltem Motor abstellen. Der wird nur kurz gestartet, das Auto auf seinen Stellplatz rangiert, Motor nach ein paar Sekunden abgestellt – Feierabend. Was wenig bekannt ist: Bei der Verbrennung von einem Tropfen Benzin entsteht ein Tropfen Wasser. Und der bleibt nach jedem Kaltstart zunächst im Motor und der Auspuffanlage, weil Wasser eben erst bei 100 Grad verdampft.

Folge: Rost in den Zylindern und an den Kolbenringen des Motors sowie in der Auspuffanlage. Und natürlich bleibt es nicht bei einem Tropfen, ein Viertelliter kommt beim Rangieren schnell zusammen. Absolut allergisch gegen Wasser sind übrigens Lambdasonden, wie sie fast alle Benziner mit Katalysator besitzen. Nach einem winterlangen Vollbad sind die garantiert hinüber.

Deshalb: Nach dem Waschen und vor dem Abstellen mindestens 20 Kilometer fahren, dabei auch mal kräftig bremsen bis Antrieb und Bremsen richtig warm sind. Dann sofort auf den endgültigen Abstellplatz fahren und den Motor abstellen.

Motor zur Probe laufen lassen: Die Todsünde schlechthin, trotzdem in Oldtimerkreisen weit verbreitet. Das arme Triebwerk – womöglich bei Frost – wird aus dem Winterschlaf gerissen, nur um zu sehen, ob es noch anspringt. Denn in dem eiskalten Motorblock bilden sich sofort Mengen von Kondenswasser.

Deshalb zum Mitschreiben für alle Skeptiker: Ein Auto, das im Herbst aus eigener Kraft zum Winterlager gefahren ist, wird im Frühjahr auch wieder anspringen.

Batterie nicht ausgebaut. Ist ja auch lästig, das schwere Ding durch die Gegend zu schleppen. Dumm nur, dass eine Autobatterie pro Tag ein Prozent ihrer Kapazität verliert, ganz von allein. Und wenn das Auto eine elektrische Uhr hat, noch mehr. Irgendwann ist sie leer.

Dann beginnen Batterien unterhalb einer Spannung von 12,5 Volt sich innerlich aufzulösen. Oder können, wenn sie komplett leer sind, beim nächsten Frost einfrieren. Dann platzt zumeist das Gehäuse, die Säure läuft aus und zerfrisst die ganze blecherne Umgebung. Also besser die Batterie ausbauen, kühl und trocken lagern und ein Erhaltungsladegerät anschließen – Wellness pur für den Akku.

Auto aufbocken. Ein Tipp aus der Gründerzeit des Automobilismus, um die Reifen zu schonen und weil Blattfedern gern schon nach wenigen Kilometern durchhingen. Für Fahrzeuge mit moderneren Fahrwerken aber kontraproduktiv, denn voll angehoben sind die Gummimetallbuchsen der Achslenker bis zur Grenze ihrer Elastizität vorgespannt. Für kurze Dauer wie bei Reparaturen macht das nichts, aber nach mehreren Monaten können diese schlicht abreißen. Besser: Das Auto auf den Rädern stehenlassen und die Reifen um 30 Prozent stärker aufpumpen, das beugt ebenfalls Standplatten vor.

Spezialfälle: Manche Autos verlangen besondere Maßnahmen. So kann es bei Vergasermotoren nicht schaden, auch die Schwimmerkammer zu entleeren. Andernfalls kann der Sprit mit der Zeit eintrocknen und einen klebrigen Rest hinterlassen, der im Frühjahr das Anspringen erschwert. Auch ist es ratsam, vollzutanken und so das Luftvolumen im Tank möglichst klein zu halten, was der Bildung von Kondenswasser entgegenwirkt.

Einiges zu beachten also im Umgang mit dem Oldtimer. Aber auch sinnvoll, denn schließlich geht es um technisches Kulturgut. Und das sollte nicht unter typischen Fehlern leiden müssen.

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